Mohnsatt oder kleine Mohnstollen

Kleine Mohnstollen

Wenn man es ganz genau nimmt, handelt es sich hier gar nicht um ein Stollenrezept… und das obwohl der Titel es ja doch vermuten lässt. Typischer Stollenteig enthält nämlich eine ganze Menge mehr Butter, damit er sich länger hält. Bei meinen kleinen Stollen (ich nenne sie trotzdem einfach so, weil sie so aussehen :D ) ist es ein ganz normaler Hefeteig, aber die Haltbarkeit ist in diesem Fall zum Glück absolut nicht relevant. Denn die Betonung liegt hier nicht auf Stollen, sondern auf MOHN :) Der Mohn macht die kleinen Dinger unglaublich saftig und so lecker, dass sie sich bei mir noch nicht mal einen ganzen Tag gehalten haben!

Der nächste entscheidende Punkt ist außerdem, dass der Teig weniger als Teig, sondern als Mohnbefestigung zu sehen ist. Wer möchte kann die Füllung natürlich auch einfach pur löffeln. Nicht, dass ich das tatsächlich gemacht hätte, aber ich kann mir so was immer sehr gut vorstellen :D Trotzdem darf man nicht vergessen, dass das Auge ja eben auch mit isst. Deswegen habe ich mich für einen Hauch Hefeteig entschieden, der diese saftige Mohnfüllung in ein paar kleine, schnuckelige Stollen verwandelt.

Zu einem kleinen Stollen brauche ich dann nur noch eine große Tasse Kaffee und mein Mohnglück ist perfekt :)

Kleine Mohnstollen

Dauer: 50 Minuten + 90 Minuten Zeit zum Gehen + 15 Minuten Backzeit

Menge: 13 Stück 

Hefeteig

  • 150 ml Milch
  • 1/2 Würfel frische Hefe
  • 30 g Zucker
  • 2 Eigelb
  • 300 g Mehl
  • 45 g weiche Butter

Für den Teig die Milch in einem Topf lauwarm erwärmen. 30 g Mehl und Zucker einrühren und die Hefe hinein krümeln. An einem warmen Ort abgedeckt ca. 10 Minuten gehen lassen, bis sich Bläschen gebildet haben. Anschließend die restlichen Zutaten dazu geben und gut verkneten, bis ein seidig glänzender Teig, der noch etwas klebrig ist, entstanden ist. Abgedeckt an einem warmen Ort eine Stunde gehen lassen, bis der Teig merklich an Volumen zugelegt hat (in dieser Zeit die Mohnfüllung zubereiten). Den Teig nochmals durchkneten.

Mohnfüllung

  • 250 g gemahlener Mohn
  • 200 ml + 1 EL Milch
  • 110 g Zucker
  • 130 g Marzipan
  • 70 g gemahlene Mandeln
  • 1 Prise Zimt
  • 1 Eigelb

Das Marzipan würfeln. Mohn, 200 ml Milch, Zucker, Marzipan, Mandeln und Zimt in einen Topf geben. Unter Rühren einmal aufkochen – das Marzipan dabei mit dem Löffel einarbeiten. Abkühlen lassen.

Den fertig gegangenen Hefeteig auf einer bemehlten Arbeitsplatte zu einem länglichen Rechteck ausrollen (ca. 90 cm x 15 cm). Die Mohnfüllung darauf verteilen und die obere, lange Kante frei lassen. Nun von unten den Teig zusammen rollen und das Teigstück ohne Füllung gut fest drücken. Mit einem Messer Stücke von ca. 8 ca. abschneiden und entweder in längliche Förmchen setzen oder einfach so auf ein Blech mit Backpapier. Erneut abdecken und 20 Minuten gehen lassen.

Eigelb mit 1 EL Milch verrühren und die kleinen Stollen damit bepinseln. Im vorgeheizten Ofen bei 180 °C ca. 15 Minuten backen.

Kleine Mohnstollen

Wenn nichts klappt oder Vanille-Cheesecake mit Rotwein und Granatapfel

Vanille-Cheesecake mit Rotwein und Granatapfel

Ich bin ganz ehrlich, das ist die zweite Version dieses Kuchens :D Denn die erste war so gar nicht das, was ich mir vorgestellt habe. In meiner Vorstellung sollte das nämlich ein tiefroter, fast schon samtiger Cheesecake werden, auf dem ein paar Goldpünktchen eine heimelige, vorweihnachtliche Stimmung verbreiten. Meine Idee zur Umsetzung: Granatapfelsaft im Cheesecake. Ich gebe zu, als ich alles zusammen rührte, hätte mir schon dämmern können, dass das nix wird :D Denn statt einem luxuriösen Dunkelrot hatte ich gerade mal ein helles Braunrosa. Anschließendes Backen hat die Farbe nicht gerade besser gemacht. Da ich nicht mit Lebensmittelfarbe nachhelfen wollte, musste ich mich wohl oder übel von meiner tollen Granatapfelsaft-im-Cheesecake-Idee verabschieden.

Goldene Backregel: Wenn nichts klappt, dann hilft ein Gläschen Wein! Aber bevor ihr euch jetzt großzügig eins eingießt – der Wein landet im Kuchen! Bzw. auf dem cremigen Vanille-Cheesecake! Hier kommt die tolle Farbe durch eine eingekochte Rotweinsoße und Granatapfelkerne ins Spiel…Das Ergebnis ist GENAU so wie ich mir das vorgestellt hatte, vielleicht sogar noch ein bisschen besser :) Und geschmacklich habe ich auch echt nix zu meckern. In Zukunft werde ich alles Vanillige mit dieser unfassbar guten Rotweinsoße übergießen und ein paar Granatapfelkernchen (die knacken so toll und sind der beste Kontrast zu dem cremigen Cheesecake!) darüber verteilen :D

Was ihr dann mit der restlichen Flasche Wein macht, ist auch klar, oder? Ihr backt gleich noch einen zweiten Cheesecake, denn der erste wird viel zu schnell aufgegessen sein :)

Vanille-Cheesecake mit Rotwein und Granatapfel

Dauer: 40 Minuten + 50 Minuten Backzeit

Hilfreich: Runde Backform mit 15 cm Durchmesser

Schokoladenmürbeteig

  • 60 g weiche Butter
  • 25 g Zucker
  • 85 g Mehl
  • 15 g Kakaopulver
  • 1/4 TL Salz

Alle Zutaten zu einem Mürbeteig verkneten und die Backform mit dem Teig auskleiden, sodass ein ca. 3 cm hoher Rand entsteht. Den Teigboden mehrmals mit einer Gabel einstechen, damit beim Backen keine Luftblasen entstehen. 10 Minuten im vorgeheizten Ofen bei 180 °C backen.

Vanille-Cheesecake

  • 1 Ei
  • 40 g Zucker
  • 1/2 EL Vanillezucker
  • 80 g Magerquark
  • 180 g Frischkäse
  • 1/2 Vanilleschote

Die Vanilleschote der Länge nach halbieren und das Mark mit einem Messer heraus kratzen (ausgekratzte Vanilleschote für die Rotweinsoße aufheben!). Vanillemark zusammen mit den restlichen Zutaten in eine Schüssel geben und glatt rühren. Die Cheesecake-Masse auf den vorgebackenen Boden geben und dann im vorgeheizten Ofen 10 Minuten bei 180 °C backen. Anschließend die Temperatur auf 160 °C reduzieren und den Cheesecake weitere 20 Minuten fertig backen. Den Ofen ausschalten und einen Topflappen zwischen die Ofentür klemmen, sodass diese einen Spalt weit offen bleibt. Den Kuchen noch 10 Minuten im Ofen auskühlen lassen, dann aus dem Ofen nehmen und fertig abkühlen lassen. Anschließend für mindestens 2 Stunden oder über Nacht in den Kühlschrank stellen.

Rotweinsoße und Deko

  • 40 g Zucker
  • 330 ml Rotwein
  • 1 Zimtschote
  • 1/2 ausgekratzte Vanilleschote
  • 1/2 Granatapfel
  • Blattgold

Zucker, Rotwein, Zimtschote und ausgekratzte Vanilleschote in einen Topf geben. Aufkochen und so lange vor sich hin kochen lassen, bis die Flüssigkeit auf 45 g einreduziert ist (ich habe dafür alles zur Kontrolle in einen kalten Topf gegossen und dann gewogen). Die Soße abkühlen lassen. Vor dem Servieren die Soße auf dem Cheesecake verteilen. Mit Granatapfelkernen und Blattgold dekorieren.

Vanille-Cheesecake mit Rotwein und Granatapfel

Hefeverliebtheit oder Orangen-Brioche mit Vanillebutter

Orangen-Brioche mit Vanillebutter

Ich glaube zu keinem anderen Teig baue ich eine ähnlich emotionale Bindung auf, wie zu Hefeteig. Denn wenn man sich nicht wirklich mit dem kleinen Teigknödel beschäftigt, wird es auch nix :D Erst wird er ganz sorgsam durchgeknetet und darf sich dann zugedeckt an einem warmen Plätzchen entspannen. Zwischendurch wird immer mal wieder kontrolliert, ob es dem kleinen Kerlchen auch gut geht und er nicht friert. Anschließend nochmal eine kurze Massage, nochmal entspannen und dann geht es ab in den schön mollig vorgewärmten Ofen. Hefeteig müsste man sein, oder? :D

Wenn man dann die frisch gebackenen Teilchen aus dem Ofen holt und man in dieses fluffige, lauwarme Hefegebäck beißt, dann gibt das einem die ganze Liebe und Fürsorge irgendwie wieder zurück. Also zumindest ist das bei mir so :D Aber als ob ein schöner Hefeteig nicht genug wäre, habe ich eine Brioche-Version mit Orange gebacken und dazu gibt es eine süße Vanillebutter. Das ist NOCH mehr Kuscheligkeit und mein absolutes Hefeglück. Passt perfekt zu keiner Gesellschaft, einer Tasse Kaffee und dem kalten Wetter draußen :)

Ich kuschele mich jetzt einfach noch ein bisschen näher an meine kleinen Brioches und genieße den Herbst :)

Orangen-Brioche mit Vanillebutter

Dauer: 40 Minuten + 70 Minuten Zeit zum Gehen + 15-20 Minuten Backzeit

Menge: 13 Brioche

Hilfreich: Muffinförmchen

Vanillebutter

  • 75 g weiche Butter
  • 25 g Puderzucker
  • 1/2 Vanilleschote

Die Vanilleschote der Länge nach halbieren und das Mark mit einem Messer heraus kratzen. Vanillemark zusammen mit Zucker und Butter glatt rühren.

Orangen-Brioche

  • Saft von 4 Orangen (ca. 300 ml)
  • 75 g Zucker
  • 420 g Mehl
  • 1/2 Würfel frische Hefe
  • 2 Eier
  • 110 g weiche Butter
  • 1 Eigelb
  • 1 EL Milch

Den Orangensaft zusammen mit dem Zucker in einen großen Topf geben und aufkochen. So lange vor sich hinköcheln lassen, bis die Flüssigkeit auf 165 g einreduziert ist (ich habe dafür alles zur Kontrolle in einen kalten Topf gegossen und dann gewogen). Wenn der Orangensirup lauwarm ist, zusammen mit 100 g Mehl in eine Schüssel geben. Die Hefe darüber zerbröseln und verrühren. An einem warmen Ort abgedeckt 10 Minuten angehen lassen, bis ein paar Bläschen entstanden sind. Anschließend das restliche Mehl, Butter, 2 Eier und eine Prise Salz zum Teig geben und gut durchkneten, bis ein seidig glänzender Teig, der noch ein wenig klebrig ist, entsteht. Abgedeckt weiter 40 Minuten an einem warmen Ort gehen lassen. Erneut kurz durchkneten und kleine Teigkugeln von ca. 60 g formen. Diese in die eingefetteten Muffinförmchen setzen und abgedeckt weitere 20 Minuten an einem warmen Ort gehen lassen.

Eigelb mit Milch glatt rühren und die Brioche damit bestreichen. Anschließend bei 180 °c 15 – 20 Minuten im vorgeheizten Ofen backen, bis die Brioche etwas Farbe bekommen haben.

Lauwarm oder kalt mit der Vanillebutter servieren.

Orangen-Brioche mit Vanillebutter

Eine kleine Rechnung oder Schokoladen-Nougat-Tarte

Schokoladen-Nougat-Tarte

Was ergibt Schokolade + Nougat + nochmal Schokolade? Oh ja! Eine absolut bombastische Schokoladen-Nougat-Tarte :) Das ist Mathe ganz nach meinem Geschmack! Bei dieser Tarte kommen wirklich alle Schokoladenfans voll auf ihre Kosten. Wobei…ich befürchte so bald der erste die Tarte in die Finger bekommt, bleibt für alle anderen wohl nicht mehr viel übrig. Also lass es mich anders formulieren: Bei dieser Tarte kommt der schnellste Schokoladenfan voll auf seine Kosten :D Falls ihr also ein Stückchen von diesem Schokoladenglück bestehend aus knusprigem Schokoladenboden, samtiger Nougat-Panna Cotta und einer Schokoladensahne, die auf der Zunge zergeht, ergattern möchtet, dann habe ich hier zufälligerweise das Rezept für euch ;-)

Nur NOCH besser wird die Tarte mit einem doppelten Espresso in Reichweite :)

Schokoladen-Nougat-Tarte

Schokoladen-Nougat-Tarte

Dauer: 45 Minuten + 20 Minuten Backzeit + 1 Nacht Kühlzeit

Hilfreich: Runde Tarteform / Tortenring mit 19 cm Durchmesser, Spritzbeutel mit Sternförmiger Spritztülle, Handrührer

Schokoladenmürbeteig

  • 100 g weiche Butter
  • 160 g Mehl
  • 40 g Zucker
  • 20 g Kakaopulver
  • 1/2 TL Salz
  • 1 1/2 EL Kakao-Nibs oder gehackte Haselnüsse

Alle Zutaten zu einem Mürbeteig verkneten. Tortenring auf ein Blech mit Backpapier setzen und mit dem Teig auskleiden, sodass ein ca. 3 cm hoher Rand entsteht. Den Teigboden mehrmals mit einer Gabel einstechen, damit beim Backen keine Luftblasen entstehen. 15 – 20 Minuten im vorgeheizten Ofen bei 180 °C backen. Abkühlen lassen.

Nougat-Panna Cotta

  • 3 Blatt Gelatine
  • 1/2 Vanilleschote (bereits ausgekratzt)
  • 150 ml Sahne
  • 150 ml Milch
  • 100 g Nougat
  • 25 g gehackte Zartbitterschokolade (85% Kakao)

Die Gelatine nach Packungsanleitung einweichen. Vanilleschote, Sahne und Milch in einen Topf geben. Unter Rühren aufkochen lassen, dann vom Herd nehmen und Gelatine, Nougat und Schokolade dazu geben. Kurz warten und dann verrühren, bis sich die Schokolade aufgelöst hat (evtl. mit einem Pürierstab nachhelfen, wenn sich mit einem Löffel nicht alles richtig vermischt). Abkühlen lassen. Die Panna Cotta-Masse auf den abgekühlten Mürbeteigboden gießen und über Nacht im Kühlschrank (oder für mindestens 3 Stunden) fest werden lassen.

Schokoladensahne

  • 200 ml Sahne
  • 40 g gehackte Zartbitterschokolade (70% Kakao)

Die Sahne aufkochen, vom Herd nehmen und dann die Schokolade dazu geben. Kurz warten und dann verrühren, bis sich die Schokolade aufgelöst hat (evtl. mit einem Pürierstab nachhelfen, wenn sich mit einem Löffel nicht alles richtig vermischt). Abkühlen lassen und zusammen mit der Torte über Nacht kalt stellen.

Vor dem Servieren den Tortenring mit einem Messer vorsichtig von der Tarte lösen. Schokoladensahne steif schlagen und in einen Spritzbeutel mit Sterntülle füllen. Die Tarte mit der Schokoladensahne dekorieren.

Schokoladen-Nougat-Tarte